Geburtstage in Zeiten von Corona

Im April feiern wir drei Geburtstage. Naja, zumindest zwei. Denn nachdem an einem Wochenende der Geburtstag von unserem Mittlerem gefeiert wurde und gleich darauf das Wochenende dann der Geburtstag vom Großen, habe ich keine nennenswerte Lust, direkt im Anschluss daran ein weiteres Wochenende Gäste zu bewirten. Oftmals werde ich gefragt, ob ich nicht die Geburtstage der Jungs zusammenfeiern möchte. Doch nein, das möchte ich nicht. Ich möchte jedem Kind seine eigene Geburtstagsfeier ermöglichen, jedem Kind gleichermaßen den einen Tag zugestehen, an dem nur es selbst im Mittelpunkt steht, wo es allein gefeiert wird, dass es auf der Welt ist. Somit kommen wir allein im April in normalen Zeiten auf vier Geburtstagsfeiern: Jeweils zwei Geburtstage mit den Kindergartenfreunden und dazu jeweils zwei Feierlichkeiten mit der Familie.

Dieses Jahr ist allerdings alles anders. Weder Kindergeburtstage noch Familienfeierlichkeiten stehen an. Der ganz besondere Tag für unsere Jungs besteht darin, ihn als kleine Familie zusammen zu verbringen. Die Geburtstagskinder dürfen sich Beschäftigung und Essen wünschen und alle Gratulanten hoffen, bald mit den Geburtstagskindern nachfeiern zu können.

An sich sind die Geburtstage schön: Wir stehen gemütlich auf, packen Geschenke aus, frühstücken ausgiebig, spielen, essen Eis und Kuchen, machen eine Schatzsuche im Garten, Schokokuss-Wettessen, Topfschlagen und das Wunschessen besteht aus Chicken Nuggets und Pommes. Selbst das Wetter ist toll.

Doch der bittere Beigeschmack aufgrund von Corona bleibt. Die Gäste bleiben aus, der Große muss sich sogar mit den Geschenken gedulden, da aufgrund von Corona diese nicht pünktlich geliefert werden können. Mir ist das Herz schwer. Geburtstage sind für mich immer etwas Besonderes. Und nun müssen die Kinder auf so vieles verzichten. Auf ihren gewohnten Alltag in der Kita. Auf ihre Freunde. Auf Spielplätze. Auf Ausflüge. Auf tolle Geburtstagsfeiern…

Für sie schien ihr Geburtstag dennoch schön. Sie hatten Freude und Spaß, waren gut gelaunt, meistens jedenfalls. Denn ob Geburtstag oder nicht: Die momentane Situation hinterlässt nicht nur Spuren bei uns Erwachsenen. Auch unsere Kinder haben damit zu kämpfen. Und für mich sind es unsere Kinder, die die wahren Helden sind. Denn sie müssen so viel aufopfern, müssen ein Stück weit ihre Kindheit hergeben aufgrund eines doofen Virus, welches die Welt lahmlegt und es wird viel zu oft erwartet, dass sie es einfach tun, dass sie einfach mal wieder funktionieren müssen…

1 Kommentar zu „Geburtstage in Zeiten von Corona

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