Morgendliche Routine

Mein Morgen als dreifache Mama läuft mittlerweile so ganz anders ab, als ich es mir jemals hätte vorstellen können… Während der Schul- und Studienzeit ahmte ich meine Mutter nach, indem ich mindestens zwei, eher sogar zweieinhalb Stunden aufstand, bevor ich das Haus verlassen musste. Ich war davon überzeugt, erst mal richtig wach werden zu müssen, sonst würde ich zu gar nichts in der Lage sein. Ich ließ also meinen Wecker immer sehr früh klingeln und trank in Ruhe meinen Kaffee während ich Musik hörte. Dann noch einen Kaffee. Danach machte ich mich so langsam ausgehfertig, trank weiterhin Kaffee, bis ich irgendwann tatsächlich losmusste. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich mich mal in Windeseile kultivieren könnte! Und das so manches Mal, ohne auch nur einen einzigen Kaffee getrunken zu haben, obwohl ich die Nacht kaum ein Auge zubekommen habe! War ich früher müde, weil ich bis spät in die Nacht noch ein Buch gelesen hatte, so ist mein momentaner Müdigkeitszustand kaum noch in Worte zu fassen….

Während ich meine Fachhochschulreife absolvierte, arbeitete ich nebenbei in einem Seniorenheim als Aushilfskraft. Die Frühschicht begann um 6 Uhr – dementsprechend klingelte dann mein Wecker tatsächlich um 03:30 Uhr. Wenn ich nun – in Zeiten, wo mein Schlaf eine absolute Rarität ist – daran zurückdenke, muss ich den Kopf schütteln: Ich war so verrückt! Das denke ich im Übrigen auch heute noch von meiner Mutter, von der ich dieses Verhalten ja damals übernommen hatte und die es heute immer noch so macht.

Nun bin ich also Mutter von drei Kindern und Schlaf ist absoluter Luxus. Also stehe ich so auf, dass ich gerade so alles erledigen kann: Alle drei Kinder und mich in eineinhalb Stunden Vorzeigefähig machen. Meist trinke ich morgens schnell einen Kaffee, ehe ich dann im Bad verschwinde. Im Anschluss wird der Rest des Frühstücks vorbereitet, die Kinder wecken, frühstücken, Zähne putzen und anziehen und dann ab zum Auto. Klarerweise bedeutet das sehr viel Stress und ich denke schon gern daran zurück, wie ich früher morgens in Ruhe zwei oder gar drei Tassen Kaffee trinken konnte, ehe ich mich ins Bad begab, doch damals konnte ich nachts noch durchschlafen. Damals hatte ich noch keine Kinder, die wie Engel aussehen, wenn sie schlafen, weshalb es mir unfassbar schwerfällt, sie früh zu wecken.

Heute ist also alles anders und ich hätte es mir nie vorstellen können, dass ich so von meiner morgendlichen Routine abweichen würde und ich funktionieren kann, ehe ich Kaffee trinke – denn auch das muss ich zwischendurch, wenn meine Tochter zur eigentlichen Aufstehzeit Hunger bekommt. Ich hätte mir nie vorstellen können, morgens schon so viele Worte zu wechseln, denn ich lebte damals ganz nach dem Motto: „Wer mich vor meinem ersten Kaffee anspricht, der bewegt sich auf ganz dünnem Eis…“.

Natürlich bewerkstellige ich mein enges Zeitfenster morgens nicht ohne eine gewisse Vorbereitung am Abend: Die Taschen sind fertig gepackt, der Frühstückstisch gedeckt und das Frühstück auch soweit vorbereitet, die Anziehsachen liegen parat und für den Morgen ist die Zeit genau getaktet. Stress herrscht trotz guter Vorbereitungen vor, doch das würde er auch, wenn ich eine Stunde eher aufstehen würde, denn es finden sich doch immer wieder Dinge, die die eigentlich gewonnene Zeit wieder auffressen. Und sollte dem nicht der Fall sein, herrscht Murphys Gesetz, welche in meinem Fall besagt: Steht die Mama aus dem Familienbett auf, ist kurze Zeit später auch schon das erste Kind wach und möchte etwas…

Also bleibe ich doch dabei, meine morgendliche Routine zeitlich eng getaktet weiter zu führen und genieße die Kuschelzeit morgens im Bett mit meinen Kindern, denn mein Wecker klingelt immer noch einige Minuten früher, als ich tatsächlich aufstehen muss…

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