Etwas, das ich gar nicht schreiben wollte

Seit Tagen versuche ich einen Text zu schreiben. Themen und Gedanken habe ich viele in meinem Kopf, doch wenn ich mich an den Schreibtisch setze, ist nur gähnende Leere in meinem Kopf. Ich fange an zu schreiben, ein paar Zeilen meist und dann komme ich nicht mehr weiter. Irgendwie blockiere ich mich. Oder irgendetwas blockiert mich? Die fürchterliche Müdigkeit? Die Erwartung darüber, dass meine Jüngste gleich aufwachen wird und lautstark nach mir verlangt? Meine hohe Erwartung an mich selbst? Die Uhrzeit, die eigentlich danach schreit, dass ich längst schlafen sollte, da eben der Schlaf eine Rarität geworden ist?

Ganz egal, was mich blockiert, Fakt ist, dass immer dann, wenn ich etwas schreiben will, mein Kopf ganz leer wird. Und diese Leere bezieht sich dann leider nicht nur auf meinen Kopf, sondern auf mich komplett. Dieses bleierne Gefühl der inneren Leere ist schon Ewigkeiten mein Begleiter. Mal mehr mal weniger. Es bremst mich aus. Macht mich zur Gefangenen in meinem Körper. Statt frei zu sein, zu tun, was ich möchte, kann ich mich nicht bewegen, nicht denken. Ich fühle mich wie tot. Habe keine Kraft. Alles fühlt sich so schwer und unerreichbar an. Selbst einen winzigen Text verfassen, den ich schon oft in Gedanken durchgegangen bin. Doch dann sitze ich wieder am Schreibtisch und will ihn verschriftlichen und ich komme nicht weiter. Der Schalter legt sich um und ich bin mehr als unzufrieden.

Schreiben ist schon seit meiner Kindheit eine große Leidenschaft von mir. Neben unzähligen Tagebüchern, die ich vollgeschrieben habe, gibt es noch einen Ordner mit Kurzgeschichten und Gedichten von mir. Wenn ich damals nicht las, dann schrieb ich eben. Nun schreibe ich wieder. Meine Leidenschaft. In Anbetracht von Achtsamkeit, etwas Gutes für mich selbst zu tun, ist das Schreiben also wichtig für mich. Bekanntermaßen soll Achtsamkeit mit sich selbst den Stresspegel senken und mich ausgeglichener werden lassen. Blöd nur, wenn das mit dem Schreiben dann doch nicht so funktioniert, wie ich es gern möchte, wie ich es mir vorstelle oder besser gesagt: Wie ich es von mir erwarte. Statt Ausgeglichenheit macht sich nun eher Wut breit. Wut darüber, dass ich es nicht schaffe, klare Gedanken zu fassen, mich zu konzentrieren und fokussieren. Wut darüber, dass ich immer wieder abschweife und im Nirgendwo Lande.

Hier ist nun mein Text. Jedoch ein ganz anderer, als ich wollte. Nichts über Borderline. Nichts über Elternsein. Nur Chaos. Wobei – gehört Chaos nicht zum Leben eines Boderliners und auch zum Leben einer Mutter?

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