Freunde finden…

Vor kurzem bekam mein mittlerer Sohn eine Einladung zu einer Geburtstagsfeier. Sie war von seiner Sandkastenliebe. In seiner alten Kindergartengruppe war ein Mädchen, mit der er sich sofort verbunden fühlte. Sie waren unzertrennlich und schliefen zum Mittagsschlaf sogar händchenhaltend ein. Leider zogen wir dann um und die beiden verloren sich aus den Augen. Zwar blieben ihre Mama und ich in Kontakt und ein kleines Wiedersehen konnten wir zwei Monate nach unserem Umzug auch organisieren, doch nun haben sich die Kinder sieben Monate nicht mehr gesehen. Für so kleine Kinder ist das eine verdammt lange Zeit und man meint, sie hätten einander vergessen. Doch die beiden nicht. Vielleicht mag es daran liegen, dass wir uns regelmäßig die Fotos ansehen, öfter über diese schöne Zeit mit besagtem Mädchen sprechen oder eben doch daran, dass die beiden etwas ganz Besonderes verbindet…

Wie dem auch sei, nun kam die Einladung und mir war klar, dass ich diese trotz der Entfernung und der Tatsache, dass meine Jüngste das Autofahren nicht besonders mag, nicht abschlagen kann. So wurde kurzerhand ein kleines Geschenk besorgt und zur Geburtstagsfeier gefahren. Nach anfänglicher Schüchternheit auf beiden Seiten, wurden sie dann doch schnell warm miteinander und es war, als wären sie überhaupt nicht getrennt gewesen. Sie spielten so schön miteinander, schaukelten sich gegenseitig auf der Schaukel an und lachten. Sie streichelten und umarmten sich, teilten das Essen miteinander und wollten sich zum Schluss natürlich nicht voneinander trennen.

So eine innige Freundschaft ist für uns Menschen besonders wichtig. Einen Seelenverwandten zu haben, mit dem man sich über alles unterhalten kann, mit dem man die Zeit vergisst. Auch ich habe das Glück, solche Menschen zu haben, nur leider wohnen sie aufgrund unserer vielen Umzüge mittlerweile viel zu weit weg – ebenso wie die Sandkastenliebe meines Sohnes. So ist es uns nicht möglich, einen gemeinsamen Nachmittag oder Abend zu verbringen, mal ins Kino zu gehen oder uns auf einen Plausch zu treffen, wenn wir Redebedarf haben und uns in den Arm nehmen wollen.

Neue Menschen kennen zu lernen, zählt nicht gerade zu meinen Stärken. Ich bin anfangs immer sehr zurückhaltend und komme nicht aus mir heraus. Daher fällt es mir auch immer sehr schwer, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen, was ja eine Grundvoraussetzung ist, um Menschen kennen zu lernen und dadurch neue Freunde finden zu können, die vor Ort wohnen.

In den letzten Jahren lief es jedoch immer so ab, dass ich mit den mir sympathischen Menschen erst näher in Kontakt gekommen bin, als ein erneuter Umzug schon vor der Tür stand. Und jedes Mal war ich traurig und verärgert darüber, dass ich nicht schon früher mit den betreffenden Menschen zusammengekommen bin…

Denn Freunde vor Ort zu haben, mit denen man aus dem Alltag ausbrechen und gemeinsam Dinge unternehmen kann, ist eine der Grundvoraussetzungen, für ein glückliches Leben. Und je glücklicher, desto weiter entfernt ist meine Krankheit…

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