Hallo Herr Quengel und Frau Nörgel!

Es gibt diesen bekannten Spruch:

„Es ist nur ein Schub! Nur ein Schub… Und wenn es kein Schub ist, dann ist es eine Phase. Nur eine Phase! Oder ein Zahn… Oder ein Pups… Auf jeden Fall geht es vorbei. In ein paar Tagen, oder Wochen… Spätestens in 18 Jahren.“

Mit drei Kindern sage ich mir dieses Mantra häufiger vor. Vor allem zurzeit. Unsere Jüngste befindet sich nämlich gerade in einem Entwicklungssprung. Sie lernt viele neue Dinge, ihre Welt verändert sich mal wieder drastisch.

„Es [das Baby] sieht, hört, riecht, schmeckt und fühlt wieder Dinge, die völlig neu sind. Es ist verstört. Es muß erst einmal alles in Ruhe auf sich wirken lassen. Es muß in Ruhe all die neuen Eindrücke verarbeiten. Und das tut es am liebsten von einem vertrauten, sicheren Ort aus. Es will näher bei seiner Mutter sein. Es will zurück zu Mama.“ (Rijt/Plooij 1998, S 129)

Schon seit einigen Tagen versuche ich diesen Artikel zu schreiben, doch jedes Mal hält mich meine Tochter davon ab. Ihr Schlafverhalten gleicht momentan einer absoluten Katastrophe. Schlief sie vorher schnell ein und schlief auch durchaus schon 4-5 Stunden am Stück, so wacht sie gegenwärtig alle zwanzig Minuten auf und braucht Mama. Nach dem zweiten, spätestens dritten Versuch, mich wieder aus dem Schlafzimmer heraus zu schleichen, gebe ich ernüchternd auf und bleibe einfach direkt bei ihr liegen. Manchmal reicht dies aus, damit sie endlich schläft. Doch leider wird ihr derzeitiger Entwicklungssprung von einer heftigen Schnoddernase begleitet, was zur Folge hat, dass sie gerade nachts, wenn sie längere Zeit am Stück liegt, kaum noch Luft bekommt. Dann wird sie wieder quengelig und quarkig, will nuckeln, bekommt dann aber noch weniger Luft und wird noch quarkiger – ein Teufelskreis. Abhilfe schafft dann meist nur noch eine nächtliche Nasenspülung und aufrechtes Liegen, was für mich bedeutet, dass ich im Sitzen schlafen muss.

Entwicklungsschübe bringen uns Eltern an unsere Grenzen. „Alle Babys in diesem Alter schreien schneller, als sie es normalerweise tun. Anspruchsvolle Babys brüllen merklich öfter und lauter und zeigen auf verschiedene Arten, daß sie ‚bei Mama sein‘ wollen. Pflegeleichte Babys tun das meist in etwas abgeschwächter Form und weniger häufig.“ (Rijt/Plooij 1998, S 129)

Oft scheint es, dass wie unserem Baby nichts recht machen können. Egal was wir tun, unser liebes Babylein ist dennoch unzufrieden, quengelig und quarkig. Es kommt uns so vor, als würde es endlos andauern und niemals wieder besser werden. Doch das tut es. In ein paar Tagen. In ein paar Wochen. Spätestens in 18 Jahren. Und wenn das nicht hilft, diese schwierige Phase zu überstehen, verleiht mir der Gedanke Kraft, mein zukünftiges Teenager-Kind morgens um 6 Uhr nach seinem ersten Discobesuch lieblich mit dem angeschaltetem Staubsauger vor der Kinderzimmertür zu wecken…

2 Kommentare zu „Hallo Herr Quengel und Frau Nörgel!

  1. Wir haben da auch einiges durch. Ich sags mal so: dauerhafter Schlafentzug zählt zu den bewährtesten Foltermethoden. Im Moment kommt wahrscheinlich die Hitze auch dazu. Ich will und kann auch keinen Tipp geben, wie ihr das lösen könnt, weil sowieso jedes Kind anders ist und wir sogar jetzt noch teilweise mit diesen Dingen zu kämpfen haben. Ich empfehle dir einen starken Kaffee und schick dir ein extra Bündel Nerven 😉 LG Laura

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    1. Hallo Laura!
      Ja, das stimmt, Schlafentzug ist wirklich eine bewährte Foltermethode und als Mama fühle ich mich zur Zeit durchaus eher als Mombie 😉 Ich denke, eine wirkliche Lösung gibt es nicht, da hilft wohl nur radikale Akzeptanz und viel Kaffee. Wir haben ja auch Tage, an denen es uns einfach nicht gut geht…
      Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende!

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