Have to let go

Von der Kita habe ich einen Zettel mitbekommen. Darin steht, dass sie nun vermehrt auf die sprachliche Entwicklung und Förderung von meinem großen Sohn achten, weil er 2020 schulpflichtig wird. Letzteres schwarz auf weiß zu lesen ist für mich emotional schwer auszuhalten. Doch es stimmt. Nun ist mein Großer schon 5 Jahre alt, und das obwohl es mir so vorkommt, als sei er gestern so ein kleines Würmchen gewesen. Aber nein, mittlerweile ist er schon so selbstständig, so wissbegierig und so ein wundervoller großer Bruder…

Als ich ein Kind war, sagte meine Oma immer, die Zeit verfliege so schnell. Ich selbst fand das überhaupt nicht. Für mich zog sich die Zeit immer. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit von den einen Ferien zu den anderen, von einem Wochenende zum nächsten…

Nun bin ich Mutter und bin mittlerweile auch der Meinung, dass die Zeit nur so verfliegt. Es beginnt eine neue Woche und ehe ich mich versehe, ist schon wieder das Wochenende, welches auch rasend schnell vorbei geht.

So sind die letzten 5 Jahre mit meinem Sohn nur so vorbeigerauscht. Zunächst mit ihm alleine, dann zusammen mit seinem Bruder und nun rast die Zeit zusätzlich gemeinsam mit seiner kleinen Schwester. Auch sie ist nun schon wieder 6 Wochen alt.

Die Tage vergehen also rasend schnell. Dass er nun schon so groß ist, bedeutet auch, dass ich loslassen muss. Er wird größer und selbstständiger, die „letzten Male“ beginnen. Zum letzten Mal im Tragetuch tragen. Zum letzten Mal Händchen halten. Zum letzten Mal auf den Arm nehmen. Zum letzten Mal in meinem Bett schlafen, während ich ihn beim Einschlafen streicheln soll. Zum letzten Mal beim Anziehen helfen…

Das Loslassen ist gar nicht so einfach. Ich mache es, keine Frage, immerhin soll er sich entwickeln, groß und selbstständig werden, aber es ist wirklich schwierig, zu akzeptieren, dass der kleine Sohn von gestern nun schon so groß ist, so viele Dinge selbst machen möchte und viele Dinge gar nicht mehr möchte. Umarmungen. Küsschen. Kuscheln.

Es gibt ein Lied von Angelo Kelly & Family – „Let go“ – welches mich emotional sehr berührt und genau das ausdrückt, was ich beim Schreiben dieser Zeilen fühle, was ich immer wieder fühle, wenn ich meinen Sohn anschaue und mir bewusst wird, wie groß er geworden ist, wie die Zeit verfliegt. Und weshalb ich mir immer wieder bewusst mache, jeden Augenblick mit meinen Kindern zu genießen, weil die Zeit einfach so schnell vergeht. In dem besagten Lied heißt es im Refrain:

…Have to let go, let go
Until you come back to me…“

Das müssen wohl wir Mamas und Papas. Loslassen, loslassen, bis unsere Kinder wieder zu uns zurück kommen. Während unser Nachwuchs klein ist, müssen wir uns bewusst machen, wie schnell die Zeit vergeht und jeden einzelnen Augenblick genießen, denn es kommen die Tage der „letzten Male“…

Ein Bild, das mich emotional sehr berührt und zu diesem Thema passt, ist von Marie Marcks:

Bildergebnis für marie marcks bilder

(Quelle: https://www.brigitte.de/aktuell/gesellschaft/marie-marcks–abschied-von-der-grande-dame-der-satire_10351782-10351788.html)

Spannend für uns Mütter ist hier die Frage, wie es in einem vierten Bild (für uns) weiter geht…

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