Kürzer treten!

Es gibt diese Tage, an denen einfach alles zusammen kommt. So war es auch am Freitag. Die Kita hatte Personalmangel und bat daher uns Eltern, die Kinder zu Hause zu lassen, sofern dies möglich sei. Ich ließ also meine Jungs zu Hause, schließlich bin ich ja auch mit unserer Tochter daheim.

Uns so stand ich dann Freitag Morgen an der Wickelkommode und spürte plötzlich, wie mir schwindelig wurde… Ich konnte mich gerade noch mit meinem Baby aufs Bett retten. Meinem Großen trug ich auf, das Telefon zu holen, damit ich meine Mutter anrufen konnte. Zum Glück war sie innerhalb von 15 Minuten da und kümmerte sich ab da um die Jungs, sodass ich erst mal mit meiner Jüngsten im Bett bleiben konnte, bis meine Hebamme kam, denn ich hatte mir einen ordentlichen Milchstau zugezogen. Kein Wunder. Es ist eher verwunderlich, dass ich solange verschont geblieben bin, so meine Hebamme. Immerhin soll sich die Frau im Wochenbett ausruhen, genießen und Kuscheln. Stattdessen läuft bei mir seit dem 4. Tag nach der Geburt wieder der Alltag: Früh aufstehen, mich kultivieren, die Jungs wecken und für die Kita bereit machen, sowie gemeinsam frühstücken. Im Anschluss mit nun drei Kindern und Hund zum Auto, 20 km zur Kita fahren, die Jungs abgeben und danach wieder mit Baby und Hund zurück fahren. Nun etwas Haushalt erledigen, To-Dos abarbeiten, die nicht warten können und etwas ausruhen, um Kraft zu tanken, ehe ich abermals die 20 km fahren muss um die Jungs wieder abzuholen – klarerweise wieder mit der kleinen Babymaus. Zu Hause angekommen spielen wir meist, wenn uns unsere Kleine lässt, bis der Papa endlich Heim kommt.

Ich soll nun strikte Bettruhe einhalten, die typischen Behandlungsmethoden durchführen und mich absolut schonen. Mehr geht auch nicht mehr bei mir. Die Schmerzen, der Schwindel und das Fieber zeigen Wirkung: Ich bin wirklich platt. So liege ich tatsächlich Freitag und Samstag komplett im Bett, Sonntag quäle ich mich dann aber doch aus dem Schlafzimmer. Ich muss ab morgen ja eh wieder funktionieren und meinem Mann möchte ich es auch nicht weiter antun, dass ich nur herum liege, schließlich kriecht er selbst schon seit Wochen auf dem Zahnfleisch und muss noch viel arbeiten; mein schlechtes Gewissen meldet sich, weil ich gerade nicht funktioniere…

Das Schlimmste habe ich mittlerweile überstanden. Aber ich muss aufpassen, so meine Hebamme. Milchstau ist prädestiniert bei Stress. Auch emotionale Achterbahnen können Milchstau begünstigen. Nicht gerade hilfreich für mich. Aber mit einer Haushaltshilfe kann ich mich leider auch nicht anfreunden, obwohl sie mir zusteht… Der Gedanke, dass jemand Fremdes in meiner Wohnung ist, dort sauber macht, während ich mich auf dem Sofa ausruhe, meine Sachen sieht etc. Das kann ich gedanklich nur schwer aushalten und praktisch ist es damit ein Ding der Unmöglichkeit für mich. Also muss ich nun mehr auf mich achten. Noch mehr liegen lassen. Noch mehr auf Ruhe achten… Auch das ist nicht gerade einfach für mich, für mich, die doch alles perfekt machen will. Da muss ich noch viel üben…

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