„Heul nicht, du Heulsuse!“ – Gewaltfreie Kommunikation?!

Ernst genommen zu werden, in dem was wir sagen, was wir fühlen, was wir nach Außen hin mitteilen, das wünschen wir uns doch alle. Doch warum gestehen es so viele Erwachsene nicht den Kindern zu? Warum wird bei unseren Kindern, bagatellisiert, ignoriert oder gar gelacht? Mir fallen auf Anhieb einige Situationen ein, in denen meine Kinder von anderen Menschen nicht ernst genommen wurden. Oft meinen es diese Menschen nicht böse, oft ist es ihnen nicht mal bewusst, häufig haben sie es gar nicht anders kennengelernt. Nichtsdestotrotz löst es in unseren Kindern etwas aus: Ich darf keine Gefühle zeigen. Mir glaubt keiner. Ich bin es nicht wert. Furchtbare Glaubenssätze für so kleine Menschen, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben.

Schon bei uns führen Bagatellisierungen, Ignoranz und Abwertung zu schlechten Gefühlen, doch wir sind bereits erwachsen, können uns (meist) verteidigen, können solche Bemerkungen wegschieben, weil wir wissen, dass niemand außer uns selbst, besser weiß, wie wir uns fühlen. Doch unseren Kindern wird viel zu häufig vermittelt, dass sie es nicht wissen. Dann heißt es: „Stell dich nicht so an! Heul nicht! Heulsuse! Das war doch gar nicht so schlimm! Das tat doch gar nicht weh! Das glaub ich dir nicht!“ Und noch vieles mehr. Dabei sollen unsere Kinder doch lernen, dass sie uns immer vertrauen können, sie immer zu uns kommen können, wenn ihnen etwas auf dem Herzen liegt, wenn sie Hilfe brauchen. Doch wenn sie nun immer wieder erleben, wie ihre Emotionen, ihre Geschichten und Anliegen nicht ernst genommen, herunter gespielt oder gar als Lüge deklariert werden, werden sie sich nicht mehr öffnen. Warum auch? Es bringt ja doch nichts. Was wird aus den kleinen Menschen, wenn sie groß sind und solche Erfahrungen in ihrer Kindheit gemacht haben? Werden sie den Mut haben, ihre Meinung zu vertreten, zu äußern, für etwas einzustehen?

Mir selbst fällt dies immer noch sehr schwer und ich möchte vermeiden, dass meine Kinder ebenso Schwierigkeiten darin haben. Mehr noch: Sie sollen schon als Kinder immer darauf vertrauen können, mir alles anzuvertrauen, ohne Angst haben zu müssen, dass ich schimpfe oder sie nicht ernst nehme. Daher ist mir die gewaltfreie Kommunikation besonders wichtig im Umgang mit meinen Kindern.

Grundlage der gewaltfreien Kommunikation ist Empathie – also die Fähigkeit die Gedanken, Gefühle und Beweggründe des Gesprächspartners zu verstehen.“ (https://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2015/01/gewaltfreie-kommunikation-nach-mit-kindern-nach-marshall-b-rosenberg.html Stand: 22.02.2019)

Das bedeutet für mich, auch in schwierigen Situationen möglichst empathisch zu sein: Bei Trotzanfällen, weinerliche Müdigkeit und ähnlichem. Ich gehe auf Augenhöhe zu meinen Kindern, sage ihnen, dass ich ihren Ärger verstehe, dass sie traurig sein dürfen, wir aber trotzdem nun z. B. zur Kita fahren müssen. Das kostet manchmal sehr viel Nerven, ist anstrengend und gelingt mir leider nicht immer. Doch mein Ziel, dass sich meine Kinder wagen, sich mir stets anzuvertrauen, gibt mir die Kraft, diese schwierigen Situationen zu meistern.

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