Hallo Borderline – Wer bist du eigentlich?

Hier ist er nun, mein erster Blogeintrag. Zu Beginn möchte ich euch davon erzählen, wie ich zum ersten mal mit Borderline in Berührung gekommen bin.

Es war in der zweiten Jahreshälfte 2009. Ich hatte zuvor eine junge Frau kennen gelernt, mit der ich mich immer mehr verbunden fühlte und sie erzählte mir dann irgendwann im Vertrauen, dass sie Borderline habe. Damit konnte ich nichts anfangen. Wie so viele Menschen hatte ich noch nichts davon gehört. Ich wollte aber wissen, was das bedeutet und recherchierte im Internet: Eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung. Wow, das hörte sich gravierend an und ich las weiter. Nach dem Klassifikationssystem DSM-V der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft gibt es neun Kriterien, die eine Borderline-Persönlichkeitsstörung ausmachen, wovon bei einer Person mindestens fünf zutreffen müssen, um Borderline als Diagnose zu erhalten. Diese sind:

  1. Verzweifeltes Bemühen, reales oder eingebildetes Verlassen zu verhindern,
  2. instabile und intensive zwischenmenschliche Beziehungen, für die ein Wechsel zwischen extremer Idealisierung und Abwertung typisch ist,
  3. Identitätsstörung, die beinhaltet, dass eine ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder des Selbstgefühls vorliegt,
  4. Impulsivität in mindestens zwei Bereichen, die potenziell selbstzerstörerisch sind (z.B. risikoreiches Autofahren, Drogenmissbrauch…),
  5. wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen- oder drohungen oder selbstverletzendes Verhalten,
  6. Affektive Stimmungsschwankungen, z. B. Intensive, periodisch auftretende Depressionen, Gereiztheit oder Angst, welche gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern,
  7. chronische Gefühle der Leere,
  8. unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren,
  9. vorübergehende, auf Stress beruhende Paranoia oder schwere Symptome von Dissoziation (vgl. Kreisman/Straus 2008, S 27 ff.).

Das hörte sich für mich ziemlich erschreckend an. Und für die meisten Menschen, die damit in Berührung kommen wohl ebenso. Jedenfalls ist es das, was ich bisher erlebt habe, wenn ich mit anderen Menschen auf das Thema Borderline-Persönlichkeitsstörung gekommen bin.

Ich recherchierte weiter und kam irgendwann auf einen Selbsttest im Internet. Den füllte ich kurzerhand aus und war noch mehr erschrocken. Laut dem Ergebnis sei ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an Borderline erkrankt. Ich rief meine Freundin an, für die ich angefangen hatte zu diesem Thema zu recherchieren und vertraute ihr das Testergebnis an. Ihre Antwort war: „Ja, das war doch klar, oder nicht?“. Nun war ich völlig sprachlos. Sie hatte es also schon längst für sich auch erschlossen, nur ich selbst war überrascht und konnte es nicht wirklich realisieren.

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